Haarveränderungen und Haarerkrankungen

Folgende Veränderungen und Erkrankungen der Haare werden unterschieden:

  • Haarschäden durch kosmetische Maßnahmen
  • Angeborene und erworbene Veränderungen der Haarstruktur
  • Haarschaftveränderungen bei Stoffwechselstörungen
  • Veränderungen der Haarfarbe
  • Veränderungen der Haardichte
  • Verschiedene Formen der Alopezie (Zustand der Haarlosigkeit) Haarschäden durch kosmetische Maßnahmen sind mit dem Nachwachsen gesunder Haare voll reversibel (umkehrbar). Veränderungen der Haarstruktur sind meist traumatisch bedingt (gehäuftes u. intensives Kämmen, kosmetische Behandlungen). Die restlichen Veränderungen sind erblich bedingt.

Haarschaftveränderungen bei Stoffwechselstörungen sind internistisch und endokrinologisch zu behandeln. Veränderungen der Haarfarbe (z.B. bei Albinismus oder Poliose) sind angeboren oder Begleitsymtom bei verschiedenen Erkrankungen. Eine medikamentöse oder chirurgische Therapie [ Haartransplantation, Haarverpflanzung, Eigenhaartransplantation, Eigenhaarverpflanzung ] ist jeweils nicht möglich, allenfalls Haarfärbung. Veränderungen der Haardichte sind bekannt als Hypertrichose (verstärkter Haarwuchs welcher bei Männern u. seltener auch bei Frauen vorkommen kann, ohne dass hormonelle Störungen vorliegen), Hirsutismus (krankhaftes männliches Behaarungsmuster bei Kindern u. Frauen) und Virilismus (durch vermehrte Bildung bzw. Zufuhr von Androgenen kommt es zur Vermännlichung von Organen u. Körperformen. Eine chirurgische Haartransplantation oder medikamentöse Therapie ist bei angeborener Veränderung nicht möglich. Bei sonstigen Störungen ist eine ursächliche Behandlung möglich.


Bei Alopezien lassen sich herdförmige, diffuse und totale Alopezien unterscheiden. Der Vorgang des Haarausfalls wird als Effluvium oder auch Defluvium bezeichnet. Die verschiedenen Erkrankungsformen sind einerseits abhängig von der Intensität und dem Zeitpunkt der Schädigung der Haare. Andererseits ist die Dauer der Haarlosigkeit (permanent oder reversibel ) ein wichtiges Kriterium für die Einteilung der Fehlbildung.


Insbesondere bei weißen Männern macht die androgenetische Alopezie 95 % aller Haarausfälle aus. Auch bei Frauen hat diese Form der Haarlosigkeit eine herausragende Bedeutung. Die Haartransplantation (Haarverpflanzung, Eigenhaartransplantation, Eigenhaarverpflanzung) durch ein erfahrenes Team führt bei diesen Patienten zu sehr schönen Ergebnissen.


Haartransplantation bei Androgenetischer Alopezie


Die androgenetische Alopezie ist beim Mann in 95 % und bei der Frau in 90 % der Fälle für Haarausfall verantwortlich. Bei diesen Menschen ist die Haarverpflanzung die ideale Therapie. Ursache des Haarverlustes sind genetische und hormonelle Einflüsse. Die Gene des Erbmaterials steuern lebenslang die Einflussmöglichkeit der männlichen Geschlechtshormone auf das Haarwachstum. Bei entsprechender genetischer Neigung tritt mit Beginn der Pubertät ein fortschreitender Haarverlust auf. Das Testosteron-Abbauprodukt DHT (Dihydrotestosteron) bewirkt dabei eine Miniaturisierung der Haarfollikel: Die Haare werden kürzer und dünner, wachsen langsamer und fallen früher aus.


Die Verlaufsform ist sehr unterschiedlich und führt stets zu einem sehr individuellen Grad des Haarverlustes. Meist beginnt der Haarausfall beim Mann in den Geheimratsecken und dehnt sich über eine Stirnglatze schließlich zu einer Oberkopfglatze aus. Bei Frauen kommt es meist nicht zu einer Glatzenbildung, sondern zu einer Ausdünnung der betroffenen Stellen. Auch in diesen Fällen ist die Haarverpflanzung erfolgreich.


Im Hinterhauptbereich bleibt in der Regel ein Haarkranz erhalten. Im Gegensatz zum Oberkopf tritt auf Grund des genetischen Codes der Haarwurzeln im Hinterkopfbereich normalerweise kein Haarausfall auf. Die Haarwurzeln dieser Region sind gegenüber hormonellen Einflüssen resistent. Da sie ihre genetische Wachstumsinformation lebenslang behalten, sind diese Haare hervorragend für Haarverpflanzungen geeignet. Sie beginnen auch an den ehemals kahlen Stellen zu wachsen. Und das ein Leben lang.

 

Therapeutische Möglichkeiten bei androgenetischer Alopezie


Neben einer medikamentösen Therapie ist bei Mann und Frau auch eine operative Therapie [ Haartransplantation, Haarverpflanzung, Eigenhaartransplantation, Eigenhaarverpflanzung ] und / oder eine Flächenverkleinerung möglich. Im Vergleich zum Mann ist der Erfolg der medikamentösen Therapie bei der Frau unvorhersehbar. Insbesondere bei schwangeren Frauen ist die Einnahme von Finasterid oder ähnlichen Wirkstoffen mit einem erhöhten Nebenwirkungsrisiko verbunden. Vor allem bei Männern können spezielle Medikamente den fortschreitenden Haarverlust stoppen oder zumindest reduzieren.


Grundsätzlich wirken Medikamente nur solange sie regelmäßig verwendet werden. Ein Absetzen führt zu einem sofortigen Wirkungsverlust. Ein Vergleich der Kosten zeigt, dass die jahrelange Verwendung von Medikamenten teurer ist als eine Haartransplantation. In vielen Fällen ist eine Kombination aus medikamentöser Therapie und chirurgischer Therapie sinnvoll. Bei komplettem Haarausfall werden die kahlen Stellen vorzugsweise durch Haarverpflanzungen wieder aufgefüllt.